
Wie erging es Ihnen bei der Auswahl der mitgebrachten Gegenstände?
T*: Ich wählte bewusst Dinge aus, die mir früher einmal wichtig waren.
S: Einerseits wählte ich Dinge aus, von denen ich dachte, dass sie jemand anderer besser gebrauchen könnte als ich, ich andererseits aber auch nicht mehr nutze.
Nach welchen Kriterien wählten Sie Ihre Gegenstände aus?
T: Ich nahm mir im Vorfeld fest vor, nichts mitzunehmen, was nur zu Hause rumliegen würde. Deshalb habe ich auch nur 2 CDs genommen - in der Hoffnung, sie wirklich gebrauchen zu können.
C: Ich finde immer sehr schnell Gefallen an den unterschiedlichsten
Gegenständen und rede mir ein, ich könnte sie auch tatsächlich gebrauchen (auch wenn die Erfahrung mich anderes hätte lehren sollen). SO fiel ich auch heute wieder gewissermassen rein - aber ich muss auch sagen, dass ich die Dinge irgendwann meist tatsächlich einsetze.
Nahmen Sie sie schweren, leichten Herzens mit? Warum?
Was löste es bei Ihnen aus, durch die Räume zu gehen und eine grosse Anzahl Gegenstände, die eigentlich Ihren Kolleginnen und Kollegen gehörten, zur freien Mitnahme vorzufinden?
T: Ich war gespannt, was die andern wohl mitbringen würden, merkte aber ziemlich schnell, dass alle in etwa ähnliche Gegenstände mitgebracht hatten. (Viele CDs und Dekomaterial)
S: Ich fand es ein bisschen wie Weihnachten zu Beginn, dass ich mir jetzt einfach die Dinge, die mir gefallen, mit nach Hause nehmen darf. Zu Beginn dachte ich, es würde schwierig, mich auf 5 zu beschränken, aber da sich die Kategorien immer in etwa wiederholten, nahm ich letztlich doch nur 4 mit.
Vielleicht sind nicht alle Ihre Gegenstände an eine andere Person weitergegangen. Was empfinden Sie dabei?
T: Grundsätzlich habe ich mit dem gerechnet und ich wünsche mir, dass sie im Brockenhaus einen neuen Besitzer finden, der sich über die von mir mitgebrachten Gegenstände auch tatsächlich für längere Zeit freut.
S: Mir macht es nichts aus, sie gehen ja ans Brocki weiter. Es zeigt, dass wir schon viel besitzen.
Habe ich mehr gebracht als genommen oder umgekehrt? Warum? (Es gibt für beides gute Gründe)
T: Da ich mir eben als Ziel gesetzt habe, nur nützliche Dinge zu nehmen, war ich entsprechend kritisch bei der Auswahl. Ich nahm 2 Dinge (2 CDs) nach Hause.
S: Ich brachte 5 und nahm 4 Dinge. Weil mir genau 4 Dinge gut gefielen. "Moralisch" gesehen hätte ich keine Probleme gehabt, auch mehr zu nehmen, aber nicht mehr als 6.
Wie könnte eine solche „Bring-und-Hol-Aktion“ in Ihrer Schulpraxis umgesetzt werden?
T&S: Die Schüler und Schülerinnen haben vermutlich viel mehr Mühe als wir, sich von Dingen zu lösen. Sie können sich ja noch nichts kaufen, weshalb ihr Besitz ihnen mehr bedeutet als Erwachsenen, die diesen beliebig verändern, ergänzen können. Wir finden die Idee aber gut und können uns gut vorstellen, sie mit unseren Klassen durchzuführen. Wir würden vielleicht nur 2-3 Dinge mitbringen lassen und freiwillig mehr, weil nicht alle Kinder gleich viel Dinge (die sie nicht mehr brauchen!) besitzen. Gerade ärmere Kinder würden sonst einen grossen Nachteil haben, weil sie die Aktion nicht entspannt miterleben könnten - was nicht Sinn und Zweck ist.
*T steht nachfolgend für Thoma, S für Sutter
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