Donnerstag, 31. Mai 2007

wunschlos glücklich

Gestern Abend, nach einem strengen Tag voll gestopft von Verpflichtungen und Erledigungen, bin ich am Abend an den See gesessen. Ich sass einfach da, habe die Ruhe genossen und ein wenig Energie getankt. Momente wie diese tun mir gut, weil ich zur Ruhe kommen kann und neue Kraft schöpfen kann. Kraft, die wie ich glaube von der Natur aus geht. Die Natur, so bin ich überzeugt, birgt eine unglaubliche Energie in sich. Ich kann mich an Momente aus meinem Leben erinnern, an welchen ich mich irgendwo in mitten einer wundervollen Landschaft befand und mich davongetragen fühlte von der Faszination und dem Zauber der Natur. Ich war da, fühlte den Wind im Haar, die Sonnenstrahlen im Gesicht oder die Regentropfen auf der Haut und war erfüllt von einem unglaublichem Glücksgefühl und einer unendlichen Zufriedenheit. Ich fragte mich, was ich mir in diesem Augenblick wünschen würde, hätte ich einen Wunsch frei. Es fiel mir einfach nichts ein. Ich war, wie man so schön sagt, wunschlos glücklich. Nicht weil mein Leben perfekt war, sondern darum, weil ich mich in diesem Moment einfach von allen noch so winzigen Sorgen und Problemchen lösen konnte. Das ist für mich Glück. Und nicht allzu selten, ist es die Natur, welche es schafft, dieses vollkommene Glück auszulösen.

Dienstag, 29. Mai 2007

Einfach HERRlICH!



Bei diesem Impuls bin ich endlich auch voll vorn dabei! J In meinem Alltag nehme ich die Natur sehr oft bewusst wahr. Ein Sprung in den kalten Bodensee und das Durchs-Wasser-Gleiten gibt mir ein starkes Gefühl der Leichtigkeit und Frische, der Freiheit und Lebensfreude. An einen Baum oder an eine Mauer gelehnt meinen Blick in die Ferne zu richten und meinen Gedanken nachzuhängen oder die Natur zu bewundern ist für mich immer wieder Entspannung. Oder aber ich verliere mich im unendlichen Funkeln eines Sternenhimmels oder beobachte in einem Rasen (es braucht tatsächlich nicht mal ne Blumenwiese zu sein) die verschiedensten Kleinstlebewesen …

Die Natur bringt mich immer wieder zum Staunen. Ich fühle mich wohl in ihr. Für alles ist gesorgt, alles funktioniert irgendwie – durch 1’ooo Zufälle. Zum Beispiel die Wärmeregelung: Durch die richtig dosierte Magnetkräfte und exaktem Abstand bleiben Erde, Sonne und Mond im Gleichgewicht.

Viele bringen diese Wunderlichkeiten in der Natur darauf, an (einen) Gott zu glauben. Mich hat nicht zentral die Natur davon überzeugt. Heute bezeugt sie für mich jedoch immer wieder die Grösse und Unbestechlichkeit Gottes. Er hat sich was gedacht bei der Schaffung der Erde. Er hat alles im Griff. Interessenskonflikte gibt’s für ihn nicht – bei ihm geht alles auf. Und in diesem System in Gottes Hand sehe ich mich – sehe ich uns Menschen – uns Männer und Frauen. Er hat sich auch bei der Schaffung von Mann und Frau was gedacht. In seinen Richtlinien für Beziehungen geht alles auf …

„O Herr, welch unermessliche Vielfalt zeigen deine Werke! Sie alle sind Zeugen deiner Weisheit, die ganze Erde ist voll von deinen Geschöpfen“ (Psalm 104, 24. Hoffnung für Alle).

Montag, 28. Mai 2007

Der Wandel der Natur

Am Samstag Abend setzte ich mich unter eine Linde am Waldrand. Es war ein wunderschöner, warmer Frühlingsabend und ich versuchte ganz bewusst, die Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen. Die Fülle an Sinneseindrücken, welche ich wahrzunehmen vermochte, erstaunte mich. Es gab so vieles zu sehen, hören, fühlen und riechen. Viele Dinge, die man im Alltag eben nicht wahrnimmt, leider! Obwohl es meiner Meinung nach sehr gut tun würde, sich täglich ein wenig Zeit zu nehmen, um die Natur in all ihren Erscheinungen zu geniessen. Das Gezwitscher der Vögel kann so inspirierend, das Plätschern des Wassers so beruhigend und der Duft der Wiesenblumen so anregend sein. Kurz gesagt, die Natur ist ideal um Energie zu tanken und sich zu entspannen!

Am Pfingstmontag (es war sehr regnerisch!) setzte ich mich unter dieselbe Linde. Obwohl es derselbe Ort war, war fast nichts mehr gleich wie zwei Tage zuvor. Die Umgebung war trüb und es war recht windig und kalt. Nur ganz selten hörte ich einen Vogel zwitschern und die Düfte der Natur waren nur noch halb so intensiv. Ich nahm die Natur ganz anders wahr. Trotzdem tat es mir gut eine Viertelstunde an der frischen Luft zu weilen und meinen Gedanken freien Lauf zu lassen.

Ich habe einmal mehr gemerkt, wie wichtig es ist, nach draussen zu gehen und den Aufenthalt in der Natur zu geniessen. Auch Kinder sollen möglichst viele Gelegenheiten erhalten, solche Naturerfahrungen zu machen, egal ob bei Regen, Schnee oder Sonnenschein! Ich habe mir schon mehrmals überlegt, wie ich den Kindern
vielfältige Erlebnisse mit und in der Natur ermöglichen kann. Mein Wunsch wäre es, wöchentlich einen Nachmittag mit den Schülern und Schülerinnen nach draussen zu gehen und den Lernort sozusagen vom Schulzimmer in die Natur zu verlegen. Denn die meisten Lerninhalte können auch in der Natur durchgeführt werden (--> Waldschule!).

Also, nichts wie ab in die Natur!!!

Sonntag, 27. Mai 2007

Die Jugendlichen sind die Protagonisten des Wandels

Otto Herz zeigt in seinem Text über Bildung für nachhaltige Entwicklung viele Möglichkeiten auf, wie man Kinder in diese Entwicklung mit einbeziehen kann (z.B. Austausch mit Kindern anderer Länder, Ausstellungen in Kaufhäusern etc.). Er betont, dass es für eine nachhaltige Entwicklung ein innerer Wandel nötig ist - sozusagen ein Wandel des Herzens und des Verstandes. Diese Aussage finde ich sehr treffend! Unsere Aufgabe als Lehrperson ist es, die Kinder zum Nachdenken anzuregen. Den inneren Wandel jedoch, müssen die Kinder selbst vollziehen.

In der Erd-Charta fasst Otto Herz die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung zusammen. Dabei kommt unter anderem folgendes Ziel vor:

14. Die Gleichstellung der Geschlechter als Vorbedingung für eine nachhaltige Entwicklung bestätigen und fördern.

Da die Gleichstellung von Mann und Frau demnach als Vorbedingung angeschaut wird, ist dieses Ziel besonders zentral. Das heisst, bevor wir mit der nachhaltigen Entwicklung beginnen, müssen wir zuerst unsere Strukturen der Gesellschaft überdenken. Haben die Frauen wirklich gleich viele Rechte wie die Männer? Leben wir eine Kultur des Friedens und der Zusammenarbeit? Verfolge wir alle dasselbe Ziel?

Nur wenn diese günstigen Voraussetzungen geschaffen sind, ist eine nachhaltige Entwicklung möglich.

Über die wahre Schönheit des Lebens

Ja, die Bezieung zur Natur kann sogar mit der Beziehung zu einem Mann konkurrenzieren, um gleich zu Beginn den Bogen zu unserem Thema gemacht zu haben.
Ich bin ein sehr naturverbundener Mensch. Doch bedarf es Zeit respektive der entsprechenden Prioriätensetzung. Zeit ist bekanntlich knapp, entsprechend wollen Prioritäten wohl überlegt sein. Alleine in die Natur zu gehen, die Seele baumeln zu lassen, in meinem Fall meist joggenderweise, ist sehr wichtig. Beziehungen zu pflegen jedoch ebenfalls. Was tun mir der so spärlich vorhandenen Freizeit? (Was nicht zuletzt auf unsere Ausbildung zurückzuführen ist, welche jedoch uns diesen Auftrag gibt, was ich ja ihretwegen nicht wirklich leisten kann.) Nun ja, ich laufe mir nicht davon, Freunde allerdings - wenn auch nicht gleich morgen - schon. Und so kann ich mich eine Zeit lang für meine Freunde, meinen Freund entscheiden, aber dennoch wird das Hochkommen eines Defizites an zwischenmenschlicher Auszeit unvermeidbar sein. So gibt es Phasen, in denen ich fast aus Trotz sage: Und jetzt ich! Nun, tatsächlich kann es vorkommen, dass dann die Beschäftigung, sprich, das Flanieren in der Natur, gar Eifersucht zu evozieren vermag.
Dennoch, nur dadurch, dass der Mensch eine Beziehung mit sich pflegt, kann er sich auch auf Beziehungen mit andern einlassen. "Liebe deinen nächsten wie dich selbst" - nun, wenn ich mich nie lieben lernte (und ich würde sagen, damit man sich Zeit für sich selbst nimmt und nehmen möchte, bedarf es Liebe), wie kann ich denn dann andere Menschen lieben?
Zudem gilt im Leben in allen Bereichen die Balance, und so braucht jeder Mensch auch seine Auszeiten alleine meines Erachtens. Wer sich krampfhaft vor dem Alleinsein fürchtet und dadurch von einem Treffen ins nächste flüchtet, dem (entschuldige: auch der) fehlt der Ausgleich, was sich irgendwann rächen wird.
Ich persönlich sehe noch viele andere Bereiche im Leben, welche es verhindern können, dass ich regelmässig in die Natur gehe. So ist letzteres für mich der Inbegriff des "im Moment leben", was genau dem auf Fortschritt bedachten Denken, welches so tief in mir verankert ist, widerstrebt. Seitdem ich mir sage, wenn ich mir Zeit für mich, für die Herstellung meiner inneren Ruhe nehme, so ist dies letztlich auch wieder förderlich für mich als arbeitenden Menschen, kann ich auch diese Seite in mir davon überzeugen, dass es gescheit ist, mir regelmässig Zeit für mich, für die Ruhe, das JETZT zu nehmen. Die andere, etwas weisere Seite in mir bedarf jedoch keinelei solcher Rechtfertigungen - sie weiss längst, dass genau darin die wahre Schönheit, der Wahre Sinn des Lebens verborgen liegt. (Die Kunst, im Moment und ohne über das Notwendige hinaus vorhandene Hilfsmittel zu leben.)

Freitag, 25. Mai 2007

Öffentlichkeitsarbeit

Die Agenda 21 ist für eine Lehrperson sehr hilfreich. Sie kann einen dazu anhalten, konkrete Punkte anzugehen und liefert sogar Umsetzungsvorschläge. Die Idee von grösseren Projekten, welche den Rahmen der Schule sprengen, finde ich gut. Schliesslich geht es um ein Thema, das alle Menschen tangiert. Es soll nicht zu einem typischen "Schulthema", sprich, lernen und irgendwann, da nie mehr angewandt, vergessen, verkommen, nein, es will regemässig thematisiert sein und möglichst viele Menschen anhalten, sich ebenfalls damit auseinander zu setzen.Mir gefiel auch die Idee der Schaufenster - auch die Schule könnte durch eine entsprechende Gestaltung einerseits eine Botschaft nach aussen tragen, aber auch eine nachhaltige Haltung in den Köpfen der Kinder stärken.Die Öffentlichkeitsarbeit ist immer etwas problematisch. Es soll ja nicht in einen Wettbewerb, welche Schule lebt am vorbildlichsten, welche erregt am meisten öffentliches Aufsehen, ausarten. Deshalb will gut überlegt sein, wann beispielsweise die Presse eingeschaltet wird. Dennoch, es reicht nicht, wenn nur eine einzige gute Lehrperson stark für die Agenda 21 plädiert, es ist das Ziel, dass möglichst viele Menschen wachgerüttelt werden. Und die Kinder haben meist einen grossen Vorteil, dass sich niemand von ihren Botschaften bedroht fühlt im Sinne, die wollen bestimmt nur auf Eigenprofit raus oder haben andere Hintergedanken, nein, Kinder handeln aus einer inneren Überzeugung und leben diese meist viel stärker aus, als Erwachsene. So können sie sehr stark anstecken - und zum Handeln bewegen.

Donnerstag, 24. Mai 2007

Volle Kraft voraus!

Otto Herz (Fortbildungstagung an der Uni Bielefeld, Nov. 1999) spricht eine klare Sprache: Die Nachhaltigkeit der Erde zu wahren bzw. wieder herzustellen ist ein absolut relevantes und akutes Anliegen. Es betrifft uns alle und zwar heute noch.

Mir gefallen seine klare Linie und seine Realitätsnähe. Etwelchen Ausreden gegen das sofortige Umsetzen der Möglichkeiten in der Schule für nachhaltige Entwicklung, nimmt er im Vornherein den Wind aus den Segeln. Genauso wenig lässt er sich von unrealistischen Entwicklungsideen davontragen, sondern äussert sich auch klar zu begrenzten Ressourcen, Kräften und Einflussmöglichkeiten.

Seine Forderungen an uns Lehrpersonen, mehr aber an die ganze Institution Schule bleiben aber hoch. „Wer will, kann wollen“ (Herz, 1999, 1). Und die Umsetzung soll „vom Einfachen zum Komplexen“ umgesetzt werden (ebd.). Zentralstes Anliegen ist, dass die Kinder für nachhaltige Entwicklung gebildet werden. Dabei gehe es darum, was selbst Gesagtes, Gemeintes, Gemachtes dem (globalen) ernährungssicheren, friedlicheren, liebenswerteren (Über-)Leben beitrage. Konkret werden verschiedene (nachhaltige) Kompetenzen durch Handlung erworben. Beispielsweise die Verständigungs-Suche und Einmischungs-Kompetenz (DIESES WORT GEFÄLLT MIR IRGENDWIE :-) durch das Gestalten eines Kaufhaus-Schaufensters zu einer Thematik der (nicht) nachhaltigen Entwicklung und dem Betreuen eines Informationspostens vor Ort. (vgl. Herz, 1999)

Nicht nur solche konkrete Ideen nehme ich mit in meine (hoffentlich) kommende Unterrichtsplanung, sondern seine eingangs erwähnte hoch motivierte und „optimistische“ Haltung war mir ein starker Impuls. Vielleicht werde ich als angestellte Lehrerin tatsächlich an mein Vorhaben denken, diesen Bericht als Motivationsspritze wiederholt zu lesen.

PS: Tatsächlich habe ich auch zu unserem Blogthema eine Stellungnahme in Herz’ (grade fiel mir sein Name auf :-) Erläuterungen gefunden:

„Die Basis von Partnerschaften sind symmetrische Beziehungen. Symmetrische Beziehungen erweisen sich darin: Jeder kann von jedem lernen und muss es auch. Andernfalls missrät die gewollte … Partnerschaft zu modern getarnter Kolonialisierung neuer Art in alter Absicht“ (Herz, 199, 49). Zugegeben, er selbst sprach nicht von Zweierschaft-Beziehungen. Trotzdem, es geht also nicht (allein) um romantisches postmodernes Beisammensein mit der alten Absicht, nicht allein sein zu müssen. Ne, man werde Partner, ein Team, wo jeder von jedem lernt – bzw. – ich verbessere Herz … jeder von jeder und jede von jedem. Alles klar? =P

Kinder, unsere Zukunft

Jede und jeder in jeder konventionellen Schule hat die Möglichkeit, sich der Agenda 21 zu nähren. Keine Schule darf sagen: „Was geht uns die Agenda 21 an?“…
Mit diesen Aussagen weist der Artikel eindeutig darauf hin, dass wir als Lehrpersonen die Pflicht und die Verantwortung haben, den Kindern eine nachhaltige Entwicklung näher zu bringen. Der Artikel hat mich aufgerüttelt, als Lehrperson etwas, auch wenn nur etwas Kleines, zu unternehmen und die Thematik der nachhaltigen Entwicklung im Unterricht zu berücksichtigen. Ich fühle mich ermutigt, mit kleinen Schritten, kleine Erfolge zu erreichen. Denn mit dem Grundsatz „vom Einfachen zum Komplexen“ stellt der Artikel nicht einen entmutigenden Grossanspruch, sondern motiviert zum ermutigenden Kleineinstieg.
Der Artikel hat mir auch bewusst gemacht, wie wichtig die Rolle der Kinder ist bezüglich der Thematik der nachhaltigen Entwicklung. Die Agenda 21 trägt insbesondere das Antlitz der Kinder, heisst es im Artikel. Damit und mit der Entwicklung der Kinder Agenda 21 wird gezeigt, welchen Wert den Kindern zuschrieben wird. Für mich als Kind, war Politik, Wirtschaft und deren Entwicklung stets etwas Uninteressantes, weit entfernt von meiner kindlichen Welt und nichts und niemand konnte oder wollte mich dazu bewegen, mich dafür zu interessieren. Das empfinde ich als schade, denn es sind die Kinder, welche die Zukunft unserer Welt bestimmen werden. Es ist deshalb wertvoll, ihnen diese Thematik näher zu bringen. Dass dies der Agenda 21 am Herzen liegt, zeigt der Artikel und ich finde, das ist ein super Schritt in die richtige Richtung.

Montag, 21. Mai 2007

Milch---Muhhh

Gründe für die Themenwahl:
- Milch ist ein alltägliches Konsumgut
- viele Kinder wissen heutzutage nicht mehr, woher die Milch kommt
- Milch sieht immer gleich aus, doch gibt es viele verschieden Sorten
- Thema kann aus verschiedenen Perspektiven bearbeitet werden (z.B. Natur und Technik, Ethik etc.)
- Kreisläufe lassen sich gut herstellen

Weiterentwicklung der Unterrichtseinheit:

Welche weiteren Teilkompetenzen einer BNE könnten mit der Unterrichtseinheit angestrebt werden?
- b. 5: Konsumentennachfrage (möglichst billig) versus Forcierung biologische Produkte
- c. 2: Perspektive von Bauern, Ernährungsberatern, Wirtschaftsleuten, Anbieter vergleichen
- d. 1: globaler Preisdruck trotzdem Bedürfnis nach Erhaltung landeseigener Bauernbetriebe  nationale Subventionierung

Wie wären diese Teilkompetenzen in Bezug auf das Thema der Unterrichtseinheit zu konkretisieren?
c. 2: Kinder übernehmen verschiedene Rollen und führen eine Diskussion

Konkrete Umsetzungsmöglichkeiten der didaktischen Prinzipien:
- entdeckendes Lernen
o auf den Bauernhof gehen und die Verarbeitung der Milch verfolgen
o verschiedene Milchsorten degustieren und vergleichen.
o Milchpackungen vergleichen (Herkunft, Fettgehalt, Zeichen, Begriffe (UHT, pasteurisiert) etc. analysieren)

- Partizipationsorientierung
o Diskussion über Vor- und Nachteile der Tetra-Pack-Mich: Kinder leiten die Diskussion selber
o Kinder dürfen bei der Themenwahl mitbestimmen
o handlungsorientierte Aufträge in die Werkstattarbeit einbauen

- Zugänglichkeit
o Annäherung: Mein Alltag ohne Milch (daraus folgernde Erkenntnis: Milch als Grundnahrungsmittel, ein Leben ohne undenkbar)
o Liebe geht durch den Magen, so auch bei den Themen: Käse, Butter, Schokodrinks, Molke – sehr beliebte Produkte (wie kann die Milch weiterverarbeitet werden?)
o Veranschaulichung: Texte mit Bildern verdeutlichen

Milch---Muhhh Teil1

Analyse der Unterrichtseinheit:
Unterschiede der BNE-Einheit zu einer herkömmlichen Unterrichtseinheit in MU
- Kinder suchen selbständig nach Antworten auf Fragen, statt gegebene Lernantworten
- auch Fragen mit mehreren Antwortmöglichkeiten
- erstellen von Vergleichen und Unterscheidungen
- Lernziele zum Teil an individuellen Werten und Meinungen orientiert
- Hinterfragen des eigenen Verhaltens
- Förderung von Fähigkeiten wie kritisches Betrachten, begründen, Vor- und Nachteile bestimmen … (LZ)

Angestrebte Teilkompetenzen einer BNE
- a.2, a.5
- b.1, b.2, b.3
- c.1, c.4, c.6
- e.1, e.3, e.5
- g.1, g.3, g.4
(fehlt Umsetzungen/Veränderungspläne/Zukunfsvisionen)

Umgesetzte Didaktische (von BNE) Prinzipien
- Handlungs- und Reflexionsorientierung
- Entdeckendes Lernen
- Vernetzendes Lernen
- Zugänglichkeit
- Partizipationsorientierung gering
- Verbindung von sozialem, selbstbezogenem und methodenorientiertem mit sachbezogenem Lernen

Metoden (von BNE)
- Diskussionsrunden
- Persönliche Auseinandersetzung mit Fragen
- Gemeinsame Arbeit am Thema
- In Büchern nach Antworten suchen
- Reihenfolgen herausfindenà Werkstattarbeit

Sonntag, 20. Mai 2007

Verantwortungsgefühl versus Faulheit und Vergesslichkeit

Heute Morgen fiel mir der Deckel meiner PET-Flasche auf eine stark befahrene Strasse. Ich musste wegen des Verkehrs lange warten, bis ich endlich den Deckel aufheben und im nächsten Abfallkorb entsorgen konnte. Danach stellte ich mir die Frage, wie viele andere "Weltbürger" dies ebenso getan hätten und wie viele den Deckel hätten liegen lassen. Ich kam zum Entschluss, dass es mir eigentlich egal sein kann, wie andere Menschen in dieser Situation reagiert hätten. Die Hauptsache ist, dass ich mein eigenes Handeln vertreten kann.

Später habe ich mich gefragt, ob ich den Deckel nur aufgehoben habe, um mein schlechtes Gewissen zu beruhigen und mein Verantwortungsgefühl gegenüber der Natur wahrzunehmen?!

Ich denke, dass ich oft aus Gründen der Verantwortung nachhaltig handle. Hinzu kommt der Gedanke, als Vorbild handeln zu müssen. Mein persönliches Ziel ist es, meinen Schülerinnen und Schülern den nachhaltigen Umgang mit der Natur und den Mitmenschen beibringen zu können. Hierfür brauchen sie ein gutes Vorbild, welches unter anderem durch die Lehrperson verkörpert wird.

Doch welche Umstände halten mich vom nachhaltigen Handeln ab? Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich mich schon viel zu fest an den gehobenen Lebensstandard gewöhnt habe und es fällt mir schwer auf bestimmte Dinge zu verzichten (z.B. täglich mehrmals duschen). Dazu kommen Vergesslichkeit (z.B. vergessen das Licht zu löschen) und Faulheit (z.B. mit dem Velo einkaufen gehen), die mich vom nachhaltigen Handeln abhalten.

Dienstag, 15. Mai 2007

Motivation dank Dankbarkeit








Meine Motivation für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur ist einerseits die Dankbarkeit. Die Natur hat uns so viel zur Verfügung gestellt (ich denke mir bei vielen Dingen "sponsored by nature"), letztlich alles, was ich in den Händen halte, die Luft, die ich Atme, die Natur und Landschaften, die ich sehe. Was machen wir damit? Wir schätzen sie alle, das ist klar, aber wir wollen stets mehr, der Mensch will Fortschritt. Und schreitet damit fort, selbst wenn die Natur längst übergangen wird. Das tut mir leid und ich will so nicht Schritt halten mit dieser Art von Fortschritt, wo immer auch möglich. Und doch, der Fortschritt ist unumgänglich, ein einzig Wort, doch überall verankert. So profitiere ich auch von ihm, kann so Produkte trotz Teuerung billiger kaufen als vor einigen Jahren. Es bedarf bei mir grosser Disziplin, mich nicht mit den billigsten zu begnügen und dafür einige Franken in beispielsweise fairen Handel oder Bioprodukte zu investieren. (Was wieder das vernetzte Denken letzter Woche aufgreift.)

So also zum einen die Dankbarkeit. Gleichzeitig geht es mir auch um die Zukunft: Ich kann noch dankbar sein für die schöne Erde und mich deshalb bemühen. Es darf niemals vorkommen, dass unsere Nachkommen statt Dankbarkeit zu empfinden nur noch den Fotos der einst so schönen Erde nachtrauern können und sich so motivieren müssen, ihr möglichst geringfügig zu schaden. Sie sollen die Erde genau so schön erleben dürfen. Schön ist natürlich subjektiv. Insofern meine ich vor allem die Artenvielfalt, die natürlichen Landschaften.

Was mir am meisten die Motivation raubt, ist, wenn ich total destruktives Verhalten, dessen Wirkung ich jedoch viel grösser einschätze als mein vergleichbares in diesem Bezug, beobachte. Ich denke dann, Mensch, was nützt es, wenn ich hier bünzlig Energie spare und mir das Leben 'schwer' mache durch ständiges Abschalten, Planen von möglichst ökologischer Energienutzung, Verzicht auf Auto, wenn dieser Grosskonzert Energie verbraucht für ein ganzes Dorf? Dennoch, wir kennen es, die Vernetzungen - so besteht das grosse Geflecht aus kleinen Vernetzungen, also wir, und bemühten wir uns alle, uns zu 30% zu bessern, so wäre doch schon ein riesiger Schritt getan. Also, Augenklappen auf und der Natur Dankbarkeit erweisen, den Nachkommen dieselbe ermöglichen!

Montag, 14. Mai 2007

Von Faszination, Verantwortung und Bequemlichkeit

Ich glaube, es sind verschiedene Dinge, die mich dazu motivieren, nachhaltig zu sein und nur einen einzigen, aber ziemlich schwerwiegenden Grund, welcher mich davon abhält. Nun, fangen wir mit den motivierenden Aspekten an:
Zum einen ist es für mich die Faszination des Lebens, der Natur, welche mich dazu bewegen, diese erhalten zu wollen. Die tausenden leuchtenden Sterne am Nachthimmel, die Sonne, die jeden Tag wieder für uns aufgeht, ein Lachen eines Kindes, ein Laubblatt, das im Herbstwind langsam auf den Boden segelt… Sind das nicht alles kleine Wunder, die unser Leben so wertvoll machen? Dieses faszinierende Leben, die atemberaubende Natur möchte ich erhalten.
Ein weiterer Grund sind verschiedenste Überlegungen und Gedanken, die ich mir mache… Ich überlege mir, dass ich sehr viel Glück habe, hier in der Schweiz geboren zu sein. Ich gehöre zu den 2% der Weltbevölkerung, welche zu Hause einen Kühlschrank haben und eine Toilette mit verschliessbarer Tür; zu den 2%, welche bedeutend mehr Mittel und Möglichkeiten haben als die restlichen 98%, um das Elend auf der Erde zu vermindern. Als einer der wenigen Menschen die derartig grosse Möglichkeiten haben, fühle ich mich verantwortlich, etwas zu tun.
Der dritte Grund ist die Auseinandersetzung mit dem aktuellen Situation auf dieser Welt. Ich lese von Globalerwärmung, sehe Bilder von hungernden Menschen, verfolge Dokumentationen über das Elend von so vielen Menschen. Die Auseinandersetzung mit diesen Problemen und das Bewusstsein darüber, wecken in mir den Willen, etwas zu unternehmen.
Nun, das sind einige Gründe, die mich dazu bewegen, nachhaltig zu leben. Was aber hält mich dann so oft trotzdem davon ab? Ich glaube, da in erster Linie einen Grund nennen zu müssen. Es ist kein guter Grund und trotzdem, glaube ich, ist er für mich und wahrscheinlich für sehr, sehr viele andere Menschen sehr schwerwiegend. Es ist die Bequemlichkeit. Wenn ich am Abend im warmen Bett liege und sehe, dass draussen im Gang noch das Licht brennt, bin ich doch manchmal einfach nur zu bequem noch einmal aufzustehen um es abzulöschen. Wenn ich im kalten Winter unter der warmen Dusche stehe, bin ich zu verwöhnt, um während des Shampoonierens das Wasser abzustellen, weil es dann kalt wird. Und wenn mir meine Eltern einmal das Auto zur Verfügung stellen, bin ich zu bequem, das Angebot abzulehnen und das Velo zu benutzen, weil es halt mit dem Auto einfach schneller und einfacher geht…
Und ich bin mir sicher, mit diesem Bequemlichkeits-Gefühl bin ich nicht die einzige!

So Gott will …

Gründe für nicht nachhaltiges Handeln sind meiner Ansicht nach das Produkt von ausschliesslicher Gegenwartszentriertheit und Egoismus. Es interessiert dann nicht, ob morgen noch was zu trinken da sein wird, sondern dass jetzt eine ausgiebige Dusche genossen werden kann. Nicht an die Nachwelt oder Mitwelt wird gedacht, sondern ob selbst möglichst viel Profit aus der Regenwaldabholzung beispielsweise gemacht werden kann. Ich behaupte, dass diese Haltung im Kleinen bei uns allen immer wieder auftaucht. Zum Beispiel kaufe ich bloss wegen dem Preis keine Max Havelaar Produkte, obwohl ich mir sicher bin, dass dies fairer (sprich, nachhaltiger) wäre.
Was aber bringt mich dennoch immer wieder dazu, Papier zu sparen, jemandem ohne Eigennutzen zu helfen und so weiter.
Ehrlich gesagt profitiere ich oft selbst von nachhaltigen Handlungen. Menschen sind mir freundlicher gestimmt oder ich spare Geld und so weiter. Genau so wahr ist es glücklicherweise auch, dass immer wieder schlichtes Verantwortungsgefühl oder Empathie und Wertschätzung für Natur und Mensch dahinter steckt. Ich glaube, dass wir einen Teil der Verantwortung für die Schöpfung tragen, die uns anvertraut wurde. „Vermehrt euch, bevölkert die Erde, und nehmt sie in Besitz! Ihr sollt Macht haben über alle Tiere: über die Fische, die Vögel und alle anderen Tiere auf der Erde!“ (Bibel, 1. Mose 1, 28). „Jede Art der Vögel, des Viehs und aller anderen Landtiere soll mit ins Schiff kommen, damit sie alle erhalten bleiben“ (Bibel, 1. Mose 6, 20). Wir sind gefordert, das zu tun, wozu wir fähig sind. Niemand von uns kann doch die Welt von heute auf morgen verändern. Und doch haben einzelne Menschen schon Riesiges bewirkt durch erstmals kleine Schritte nach ihren Möglichkeiten im persönlichen Alltag. „Jedem das Seine“ kann hier wohl geltend gemacht werden. Dies ist auch die biblische Meinung: „Wer andere im Glauben ermutigen kann, der soll diese Gabe nutzen. Wer von der Gemeinde beauftragt ist, die Armen zu versorgen, der soll das gerecht und unparteiisch tun. Wer eine Gemeinde zu leiten hat, soll sich ganz für sie einsetzen. Wer Kranke und Alte zu pflegen hat, der soll es gern tun“ (Bibel,
Römer 12, 8).

„Wir sprechen immer von Nachhaltigkeit. Kinder und Jugendliche sind die Verkörperung der Nachhaltigkeit, d.h., sie mahnen uns an die Verantwortung, die wir über unsere Generation hinaus haben. Sie sind die Trägerinnen und Träger der nächsten Generation“ (). Und „solidarisches Handeln ist eine Grundbedingung für die Funktionstüchtigkeit und Überlebensfähigkeit einer Gesellschaft“ (Unterrichtsskript Nachhaltige Zukunft: Partizipation, 8). Hier kommt unser Blogthema ins Blickfeld. Denn auch Zbinden sagt:„Kinder und Jugendliche brauchen Räume, in denen sie sich entwickeln und entfalten können, in denen sie verlässliche Beziehungen zu Erwachsenen aufbauen können, die für sie immer verlässliche Partnerinnen und Partner sind“ (Zbinden, 1998. Zitiert im Unterrichtsskript Nachhaltige Zukunft: Partizipation, 8). Wo besser, kann ihnen solches geboten werden, wenn nicht von den Eltern? Ich habe die zentrale Wichtigkeit der Beziehung der Eltern unter sich für die Entwicklung des Kindes im letzten Post bereits erwähnt …
„Es gilt aber auch für euch: Jeder von euch muss seine Frau so lieben wie sich selbst. Die Frau aber soll ihren Mann achten“ (Bibel, Epheser 5, 33). Let there be real love!

Freitag, 11. Mai 2007

Nachhaltige Beziehungsentwicklung

Ich zähle meine Eltern trotz minimalem Kontakt zu meinen wichtigsten Beziehungspartnern. Praktisch von Bedeutung sind und waren mir diese Woche vor allem meine WG-Kolleginnen bzw. Freundinnen. Ich beobachte(te), dass ich für eine nachhaltige J Beziehung Offenheit, Ehrlichkeit und Empathie beitragen muss. Ich glaube, man kann von einer Beziehung vor allem „profitieren“, wenn sie persönlich ist, wozu eine gewisse Tiefe nötig ist. So kann nämlich ausgetauscht werden, was wirklich ansteht, Mühe bereitet oder beglückt. Nur dann ist eine relevante Anteilnahme und Unterstützung vom Gegenüber möglich. Es sind solche Beziehungen, die mir wichtig sind und diese Woche wichtig waren.

Ich glaube, dass wir solche Beziehungen brauchen – natürlich aber nicht mit allen Mitmenschen. Hier komme ich zurück auf meine Eltern bzw. den Familienkreis. Im der Skriptlektüre auf die nächste Vorlesung im Modul Pks08 lesen wir, dass die elterliche Beziehung und deren Qualität einen höchst beudeutenden Einfluss auf das Kind haben.
Nachhaltige Entwicklung im sozialen Bereich der heterosexuellen Partnerschaft, unserem Blogthema, bedeutet wohl die Stärkung dieser Beziehungen und Beziehungsfähigkeit. Dafür, meine ich, ist nicht nur die Frauen- und Männerrolle zu klären, sondern vor allem wohl müssen Kompetenzen in der Kommunikation erworben und ausgebaut werden. Wiederum im Skript des Moduls Pks08 ist nachzulesen, welche kommunikativen Haltungen förderlich sind für ein gutes Familienklima (das stark von der Harmonie zwischen den Elternteilen abhängt).

Umweltfreundlichkeit im sozialen Bereich, also Freundlichkeit bzw. Nachhaltigkeit im Umgang mit unseren Mitmenschen, letztlich die Pflege von Beziehungen hat grössten Zukunftswert!

PS: „Sein Wort zeigt uns, wie wir als veränderte Menschen fähig werden, in jeder Beziehung Gutes zu tun“ (Hoffnung für alle,
2. Timotheus 3,17).
(Beziehung darf hier von mir aus in zweifacher Bedeutung verstanden werden. :-)

Donnerstag, 10. Mai 2007

Die Welt ist voller Systeme!

Als ich den Wochenimpuls studierte, kam mir als erstes die Vorlesung von heute Morgen in den Sinn. Herr Rhyner erklärte den Begriff "System". Dabei ging es unter anderem darum, dass zwischen verschiedenen Gruppen gegenseitige Abhängigkeiten bestehen (z.B. System Schule: die Dozierenden sind abhängig von den Studierenden und umgekehrt). So gibt es auf unserer Welt eine Vielzahl solcher Systeme, welche unseren Alltag bestimmen. Und gerade als Lehrperson ist es wichtig, jeweils "das ganze System" zu betrachten und nicht nur Einzelvorgänge zu bewerten (z.B. das Umfeld eines Schülers miteinbeziehen und nicht nur seine Handlungen beurteilen).

Es ist wichtig, auch Kindern einen Einblick in das ganze System zu gewähren. So gilt es nicht einfach nur zu erklären, dass die Dinosaurier ausgestorben sind, sondern mit den Kindern das ganze System und seine Abhängigkeiten zu betrachten. Das heisst ihnen unter anderem auch zu erläutern, warum denn die Dinosaurier ausgestorben sind. Denn Kinder können meist nur Einzelvorgänge wahrnehmen und es fällt ihnen oft schwer, Abhängigkeiten und Verbindungen herzuleiten. Hier sind sie auf unsere Unterstützung angewiesen!

Systeme spielen auch bezüglich unseres Blogthema eine grosse Rolle. Ein Mädchen in Afrika, beispielsweise, wächst in einer Gesellschaft auf, wo es Tradition ist, das weibliche Geschlecht zu beschneiden. Doch würde dasselbe Mädchen irgendwo in der Schweiz aufwachsen, wäre das Umfeld (System) ganz anders und das Mädchen würde sich bestimmt auch anders entwickeln. So ist das Leben eines Menschen besonders durch sein Umfeld geprägt.

Globale Vernetzung

Die Intensität der Vernetzungen in meinem (und nicht nur in meinem…) Leben ist derart gross, dass ich gar nicht recht weiss, womit ich zu schreiben beginnen soll. Jedes Produkt, welches ich in der Hand halte, hat seine eigene Geschichte und ist schon durch etliche Menschenhände gewandert. Die Erdbeeren, welche ich im Laden gekauft habe, mussten vom Bauer mit viel Geduld gepflanzt, gepflegt, geerntet und verpackt werden, vom Lastwagenchauffeur transportiert werden und von Migros Angestellten ins Regal gelegt werden. Die Zeitung, die ich lese, wurde von verschiedensten Reportern verfasst, editiert, gestaltet, wurde schliesslich in der Druckerei gedruckt und zum Schluss durch die Hilfe vieler Postangestellten zu mir nach Hause geliefert. Es ist verblüffend, wie wir Menschen alle voneinander abhängen, vernetzt sind. Es scheint mir, als wäre ich irgendwo eingebaut in ein riesiges, äusserst komplexes System, in welchem nichts funktioniert, ohne das andere.
Ohne Zweifel, wir leben in einer äusserst „vernetzten“ Zeit, mehr denn je. Denn während vor mehreren tausend Jahren die Vernetzung auf das eigene Heimatdorf und möglicherweise dessen Nachbardörfer beschränkt war, ermöglicht uns der heutige Fortschritt der Technologie eine globale Vernetzung. Das T-Shirt, das ich trage kommt von China. Die Möbel in vielen schweizerischen Wohnungen stammen aus Schweden. Und das Souvenir, welches in Australien im Souvenir-Shop verkauft wird, wurde in Taiwan produziert. Ob das nun gut oder schlecht ist, ist eine andere Frage. Klar, wir, hier im Westen wissen die globale Vernetzung zu schätzen. Wir profitieren von Billigprodukten aus China, Südamerika und Taiwan. Wenn immer wir wollen, können wir ins nächste Flugzeug steigen und unsere Träume von Erholungsferien, Backpacking-Trips oder Kulturreisen in fremden Ländern erfüllen. Und sind wir auf einer fernen Insel in den Ferien, müssen wir auch dort nicht auf unseren heiss geliebten BigMac verzichten. Aber es sieht nicht überall so wunderbar aus wie bei uns. Nicht alle haben das Glück von der Globalisierung zu profitieren. Frauen in Taiwan krampfen 92 Stunden in der Woche hinter Nähmaschinen, damit wir hier die billigen Kleider kaufen können. Kinder werden geboren in schäbigen Hütten, welche ihr ganzes Leben niemals die Gelegenheit haben werden, einen Fuss über die Grenzen ihres Landes zu setzen… Ich weiss, dass ich solche Beispiele nicht aufzuzählen brauche, schliesslich wissen wir ja alle Bescheid über das Elend in anderen Ländern dieser Erde. Fragt sich nur, was ich jetzt an dieser Stelle noch zu tun brauche… Tja, wahrscheinlich sollte ich mich einfach aufmachen und etwas dagegen tun. Und auch wenn es mir so oft nicht als ausreichend erscheint, muss ich trotzdem damit anfangen, kleine Schritte in die richtige Richtung zu machen: Max Havelaar Bananen kaufen, Schweizer Äpfel essen, FSCW-Möbel in mein Zimmer stellen…

Sonntag, 6. Mai 2007

Liebe Frauengruppe "Frau und Mann"

Mit Spannung lese ich Ihre Posts. Beeindruckt bin ich von den persönlichen Gedanken und auch den kritischen Auseinandersetzungen zu den Wochenimpulsen und anderen Themen rund um BNE. Auch die offenen Bemerkungen wie - "ohne diesen Blogauftrag hätte ich diese Woche kein einziges Mal eine Zeitung geöffnet, ein Film geschaut,..." usw. finde ich mutig und wichtig.

Besonders ins Auge stach mir u.a. die Aussage: " Meiner Meinung nach gehört das Gebiet der NE genauso zu unserem Berufsauftrag wie das Lesen lernen." Ob Frau oder Mann muss ich als Lehrperson auch hier die Vorbildfunktion wahrnehmen, wenn ich nachhaltig etwas bewirken will. ( Diesen Satz habe ich leicht abgeändert.)

Sie lassen sich von den Themen weiter anregen, ob mit Post-it auf dem Laptop oder mit dem Stein als Gedankenstütze.

Bleiben Sie und ich weiter dran.

Eine gute Woche und herzliche Grüsse

Ru

Über (mein) ignorantes Verhalten und dem daraus entstandenen widersprüchlichen Verhalten


Dieses Wochenthema passt natürlich sehr gut zu unserem Blogthema.
Spannend finde ich meine eigene widersprüchliche Verhaltensweise. Das heisst, ich plädiere zwar stark für Gleichberechtigung von Mann und Frau und finde es unfair, wenn letztere in armen Ländern unter schlechtesten Bedingungen arbeiten müssen. Gleichzeitig aber kann ich, wenn ich denn ein Gut sehe, welches mir gefällt und ich gerne besitzen möchte, auch ignorieren (mich unwissend stellen), dass dieses wohl nur so günstig ist, weil vermutlich gerade durch Ausnutzung entstanden. So fördere ich indirekt sogar diese Ungerechtigkeit und stelle mich als Selbstschutz unwissend.
Deshalb erachte ich es als sehr wichtig, auch im Unterricht Kindern früh beizubringen, vernetzt zu denken. Nicht nur die direkt absehbaren Folgen ihres Tuns zu verstehen, sondern auch die weiten, komplexen Fäden unterschiedlicher Handlungen. Dazu gehört beispielsweise die Rückverfolgung der Entstehungsprozesse von Gegenständen (wer hat alles dafür wie lange gearbeitet, damit ich mir etwas im Wert von Fr. 10.-, was ca. einer halben Stunde (angenehmer?) Arbeit von mir entspricht, kaufen kann?). Es geht darum, ein Gewissen zu fördern, auch wenn dabei ein temporär (unangenehm) schlechtes Gewissen kaum zu umgehen ist. So ist denn auch die Nachhaltigkeit im Verhalten eher gewährleistet.
Ich könnte mir ein Projekt vorstellen, bei welchem durch ein komplexes Rollenspiel solche Handlungen veranschaulicht werden (einige Kinder sind reiche Käufer, einige Verkäufer, einige Lieferanten, Produzenten, Angestellte etc...).
Ich werde künftig wieder stärker darauf achten, etwas weiter zu denken und zu meinem Gedankengut widersprüchliche Verhaltensweisen kritisch zu beleuchten.

Samstag, 5. Mai 2007

8-samkeit, lebenswertes Leben

Dieser Wochenimpuls hat mir sehr gut gefallen. Er richtet unser Augenmerk auf Dinge, welche uns nicht sowieso entgegenspringen. Wir leben in einem Zeitalter, in dem alles nach Aufmerksamkeit schreit - wenn ich durch die Strassen einer Stadt gehe, kann ich problemlos übersehen, dass es ein neues Einkaufszenter gegeben hat, weil die Gegend übersättigt ist mit Schriftzügen, animierten Screens, Bildchen. Mit dem Ziel, Konsumenten anzulocken. Deshalb wollte ich diese Woche einmal von meinem eigenen Konsumdenken wegkommen resp. dieses so mutiert ausleben, dass ich mich auch an den kleinsten Dingen ergötzen konnte. Wie glücklich machen doch gerade die Dinge, welche ich nicht in meiner Hand, sondern in meinem Herzen nach Hause nehme? Ein Hund, der voller Freude einem Stecken nachrennt und sich fast nicht erholen kann vor Übermut? Immer weiter rennen will - wohin, wieso? Irgendwohin, einfach der Freude wegen!
Und gerade darum gehts doch auch im Leben. Wenn uns nur das vermeintlich Exklusive noch zu erfreuen vermag, so wird doch auch dieses wieder normal und wir müssen weiter suchen nach dem Besonderen, was sich zu einem Teufelskreis entwickeln muss. Einzige Lösung, daraus auszutreten ist wohl, sich selbst zu sensibilisieren auf die kleinen, schönen Dinge des Lebens.
Dies lässt sich auch übertragen auf Beziehungen. Was bedeutet bei uns teilweise noch ein Kuss? Wenn ich aus gehe, erhalte ich manchmal den Eindruck, dass scheinbar fast nichts mehr. Das zeigt, dass auch etwas eigentlich Besonderes, Schönes zur Normalität wird, wenn wir keinen reflektierten Umgang damit pflegen, wenn wir zu triebhaft leben und immer sofort unsere Bedürfnisse befriedigen. Wir können uns also durch einen bewussten - auch verzichtenden - Lebensstil eine Nachhaltigkeit erreichen in der Gefühlswelt. In andern Kulturen, häufig auch in Religionen ist Triebhaftigkeit eine Sünde, was sich dadurch gut begründen lässt: Sie wollen genau der Gefahr, abgestumpft zu werden und sich im Teufelskreis der Sinnsuche zu verlieren, vorbeugen, Menschen für die zahlreichen scheinbar unscheinbaren (aber nicht zwingend minder wertvollen, wobei wertvoll ja eine subjektive Wertung ist und wir es so auch selbst in der Hand haben, den Wert zu ermessen) Momente und Dinge sensibilisieren.
Und sind nicht gerade diese Momente und Dinge meist völlig losgelöst von aufwändiger Elektronik, kostspieliger Infrastrukturen und in vielen Augen völlig 'primitiv'? Also, statt leicht arrogant auf andere Kulturen rüber zu blicken, sollten wir vielleicht ihre Betrachtungsweise einnehmen lernen - und Glück finden.
Dieser Bericht erscheint etwas zu spät, gehört noch zum Wochenthema vergangener Woche, wofür ich mich entschuldige.

Freitag, 4. Mai 2007

Die kleinen Dinge im Leben

In einer Welt, wo die meisten Menschen "keine Zeit" haben und gestresst durchs Leben RENNEN, wo die Schnelllebigkeit vorherrscht, wo das Geld die Welt regiert, wo vorwiegend druch E-mails, Blogs, SMS, Wikis etc. kommuniziert wird ... kommt das menschliche Zusammenleben leider oft zu kurz. Dies stelle ich bei mir selber auch fest. Wenn ich Stress habe und dieses und jenes noch erledigen sollte, vergesse ich manchmal völlig, die Welt um mich herum wahrzunehmen. Doch wäre es doch genau in solch Momenten sehr sinnvoll... (--> "Wenn du Zeit hast, nimm dir täglich eine halbe Stunde für dich. Wenn du keine hast, nimm dir eine Stunde.")

Achtsam leben heisst für mich, offen durch den Alltag zu gehen und auch die kleinen Dinge um sich herum wahrzunehmen (soziale Kontakte, Natur, sich selbst). Achtsam leben meint jedoch auch, diese Dinge zu respektieren!

Während dieser Woche habe ich bewusst versucht, die kleinen Dinge wahrzunehmen. Wie schön ist es, ein Lachen zu erhalten. Wie wertvoll ist eine Umarmung eines lieben Menschens. Und wie prächtig sind all die Blumenwiesen. Dies sind einige der Dinge, die ich bewusst erlebt habe diese Woche. Dabei realisierte ich, wie wenig Beachtung ich den kleinen Dinge im Leben normalerweise schenke.

Auch im Bezug zu unserem Blogthema hat Achtsamkeit einen grossen Stellenwert. Dabei denke zum Beispiel an Frauen aus arabischen Ländern. Wie wenig Beachtung bekommen diese Frauen? Oder wie sieht es mit jenen Ländern aus, wo die Geburt eines Sohnes viel mehr Wert ist, als jene einer Tochter? Für mich hat Achtsamkeit viel mit den Begriffen Beachtung oder Missachtung zu tun. Respekt, Akzeptanz oder lediglich Toleranz...?

Donnerstag, 3. Mai 2007

Globallösungen durch bewusste Wahrnehmung

Diesmal habe ich meine Hausaufgaben gemacht: „Achtsam sein, achtsam wahrnehmen“ habe ich mir auf den Körper und den Laptop geschrieben. So fiel mir denn diese Woche noch bewusster auf, wie oft ich Gesprächen über soziale Nachhaltigkeit begegnete. Jedoch wurden sie unter anderen Namen geführt:

Im Teilkernstudium sprachen wir von Rassismus und Einbürgerung (übrigens nicht gleichzustellen mit dem Asylwesen, wo es sich um Neuankömmlinge und Noch-nicht-Integrierte aus dem Ausland handelt). Im Vertiefungsstudium begegneten wir im Rahmen von Religionsdidaktik Stilleübungen und biblischen Geschichten, die uns als Beispiele für gelingendes und auch falsches Zusammenleben aufgezeigt wurden. Auf einem Motorradausflug kamen wir ausserdem auf die hohe Jugendgewalt und Lösungsansätze dafür zu sprechen.

Meine ausgelösten Gedanken formierten sich schliesslich zu einem Ganzen: In der Schweiz wird Gewalt und Rassismus öffentlich, vor allem rechtlich und politisch verschmäht. Wir sind demokratisch. In diese unsere Welt bringen nun, nach scheinbar weit verbreiteter Meinung, die „Ausländer“ immer mehr Gewalt mit (Stimmt das statistisch wirklich?). WIR wollen UNSER Land rein halten, Schlechtes ausschaffen. Wobei wir unter Schlechtem, die übergeneralisierte Ganzheit von gewissen Völkergruppen verstehen. Wir sagen uns wohl: Schuldige raus (oder erst gar nicht rein) gleich keine Probleme mehr. Natürlich ist das utopisch gedacht.

Doch zurück zur nachhaltigen (sozialen) Entwicklung. Spätestens nach dem Gipfeltreffen in Rio werden diese Bestrebungen richtigerweise global gesehen. Diese Haltung macht aus der Weltbevölkerung ein Volk und strebt die Förderung aller an. Auf diesem Hintergrund könnte auch die Frage nach Einbürgerung und Integration sowie damit verbundene Kosten anders diskutiert werden. Wir würden solchem vielleicht mehr Wert beimessen …

Aufmerksame Wahrnehmung letztlich, ist bei einer globalen nachhaltigen Entwicklung zentral. Denn Wissen über subjektive Wahrnehmung und Perspektive bringt Verständnis und Empathie mit sich. Dies wiederum lässt uns im Interesse ALLER nach Lösungen für Probleme im Jetzt suchen. Übertragen auf unser Blogthema (Beziehungen zwischen Mann und Frau und ihre individuelle Rolle) kommen wir auf eine altbekannte Schlussfolgerung: Es muss kommuniziert werden. Und zwar kommuniziert im Sinne von Watzlawick … J Weil nicht nicht kommuniziert werden kann, muss entsprechend zugehört werden. Hier schliesst sich der Kreis, denn solches Kommunizieren (Zuhören in diesem Falle) bedeutet aktives Wahrnehmen.

Mit kleinen Schritten die Welt verbessern?

Weil ich das Blog-Thema für diese Woche erst am Montag gelesen habe, konnte ich mich nur während eine halbe Woche mit diesem Auftrag beschäftigen. Trotzdem ist mir dadurch einiges bewusst geworden. Kleine Verhaltensänderungen im Alltag helfen zur Entwicklung einer nachhaltigen Zukunft. Einseitig bedrucktes Altpapier zu kleinen Notizzettel schneiden und noch einmal gebrauchen, beim Einkaufen nicht unnötige Plastiksäcke gebrauchen, den Computer nicht achtlos auf Stand-by laufen lassen… es ist eine endlos lange Liste und ich könnte ewig weiter aufzählen. Durch die Achtsamkeit im Alltag werden einem derartige Dinge bewusst und man kann mit vielen kleinen Verhaltensänderungen ein Zeichen setzen für die Entwicklung einer nachhaltigen Zukunft.
Wow, tönt doch alles schön und gut! Leider kann ich aber, rückblickend auf diesen Wochenauftrag, nicht nur von wunderbaren Dingen erzählen. Allzu oft bin ich auch an Grenzen gestossen. Immer wieder habe ich mir ähnliche Gedanken gemacht: Ich finde es toll, wenn ich mit einer Menge kleiner Aktionen einen Schritt in die richtige Richtung machen kann. Aber wie kann ich damit den verhungernden Menschen in Afrika helfen? Oder den Frauen auf den Philippinen, die sieben Tage in der Woche 15 Stunden pro Tag arbeiten für einen Lohn von 40 Rappen pro Stunde? Sobald ich mir solche Fragen stellte, fühlte ich mich beinahe dazu verpflichtet, bei nächster Gelegenheit nach Afrika zu reisen und in einem Entwicklungsprojekt mitzuarbeiten. Das wäre mit Sicherheit eine gute Art und Weise, den Menschen dort zu helfen. Trotzdem aber wäre auch das keine ideale Möglichkeit. Denn auch hier stellen sich verschiedenste Fragen: Wird eine weisse Frau von den Einheimischen in Afrika tatsächlich geachtet? Wollen sie sich helfen lassen von Europäern und Europäerinnen, die scheinbar alles besser wissen?
Ich bin zum Schluss gekommen, dass es keine ideale Art und Weise gibt, die Welt zu verbessern oder den leidenden Menschen auf der Erde zu helfen. Wir können nicht zaubern und keine Wunder vollbringen. Darum müssen wir daran glauben, dass es etwas hilft, wenn wir uns mit tausend kleinen Schritten auf den Weg zum Ziel machen.