Mögliches Umsetzungskonzept
Folgende Vorschläge für ein Unterrichtskonzept zur Thematik von Schneemaschinen sind gedacht zur Umsetzung während einem Winterquartal und frühestens ab der zweiten Klasse.
1. Soziale Dimension der Skigebiete (Nutzung von Schneemaschinen)
- Die Kinder erzählen von eigenen Wintersport –Erfahrungen
- Bild einer Schneemaschine wird gezeigt und besprochen was sie nützt, wann sie eingesetzt wird, was sie leisten kann, wie sie betrieben wird (Wasser-/ Energieaufwand)
- Das Bergdorf „Alpina“ und ihre Planung eines Skiliftes werden vereinfacht vorgestellt (als nächst gelegener, neuer Skilift für uns)(Plan- und Rollenspiel von WWF-Lehrerservice und sabe Verlag (1989))
- Erarbeitung der Punkte, die für den Bau sprechen (Perspektive der Dorfbewohner und Touristen – zu welchen wir dazugehören)
- Im thematischen Lernheft werden die neuen Kenntnisse festgehalten
- Evtl. Exkursionsbesuch bei einem Skiliftbetreiber mit Kurz“referat“ und Gespräch anhand vorbereiteter Fragen
2. Ökonomische Dimension des Skiliftbaus (und der Notwendigkeit von Schneemaschinen)
- Repetition der Daten zur Schneemaschine
- Repetition der sozialen Gründe für den Bau
- Dorfsitzung „Alpina“ in vereinfachter Form. Erarbeitung der Punkte, die für (oder gegen) den Bau des Skiliftes im Dorf Alpina sprechen (Perspektive der Wirtschaft, Dorfkasse, potentiellen Arbeitenden am Lift). Die Kinder bereiten sich zuerst auf ihre Rolle vor (z.B. Aufgabe in der Gemeinde, Interessen) , entweder anhand vereinfachter Spielunterlagen oder sonstigen vorbereiteten Informationsquellen
- Sollen Schneemaschinen angeschafft werden? Wie viele? Brauchen wir noch Informationen? (Bewilligung – warum eigentlich, Einsatzerlaubnis – Antworten auf http://www.bve.be.ch/site/index/aoev/bve_aoev_bew/bve_aoev_bew_sei.htm bzw. Link-Verweis auf IKSS)
- Im thematischen Lernheft werden die neuen Kenntnisse festgehalten
3. Ökologische Dimension:
- Die Kinder überlegen sich, was
- Die Kinder betrachten auf http://www.meteoradar.ch/forum/printthread.php?id=4461 Bilder von Schneemaschinen (von Privatpersonen übers Internet gesammelt) und lesen die persönlichen Meinungsäusserungen auf der Seite zum Thema. Daraus filtern sie positive und negative Punkte rund um den Einsatz von Schneemaschinen
- Austausch in der Klasse. Input über tatsächliche Situation und Schaden für die Natur (Antworten in WWF Schweiz (1988). Lebensraum Berggebiet. Lebensraum für wen? Unterlagen und Beispiele für ein Miteinander von Unterland und Berggebiet. Zürich: WWF Schweiz, Lehrerservice. Seite 72f)
- Was schlagen wir dem Bergdorf „Alpina“ vor?
- Im thematischen Lernheft werden die neuen Kenntnisse festgehalten
4. Persönliche Perspektive
- Zusammentragen der Bedürfnisse und Perspektiven sozial, ökonomisch und ökologisch
- Klassenentscheid für das Dorf „Alpina“ zum Skiliftbau und v.a. zur (Nicht-)Verwendung von Schneemaschinen
- Die Kinder schreiben bzw. malen ihren Vorschlag zur Gestaltung von Wintersport und Wintertourismus in Berggebieten: „Angenommen, du könntest bestimmen, wie weiter vorgegangen wird: was würdest du vorschlagen? Würdest du etwas verändern?“
- Klassengespräch über Kinderideen, ihre Umsetzbarkeit und effektive Alternativlösungen (Antworten mit „Alternativ“lösungen exemplarisch aus Deutschland auf http://www.br-online.de/umwelt-gesundheit/artikel/0612/08-tagesthema-skigebiete/index.xml und aus der Schweiz im Berner Oberland auf http://www.naturschutznetz.ch/files_php/news.php?m=12&j=2005&lim=20)
- Im thematischen Lernheft werden die neuen Kenntnisse festgehalten
- Die Kinder verfassen einen kurzen Kommentar zur Thematik mit den Schneekanonen. Diese(r) wird auf www.meteoradar.ch/forum gestellt (Mitsprache)
Weiterführend:
- Übergang ins Thema bezüglich globalem Wasserhaushalt anhand der Bilder(-spiele) „Wasser für alle“ ab 8 Jahren (Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke (2001). Bern: blmv)
- Übergang ins Thema (Berg)bauern
- Übergang ins Thema Verkehr, Tourismus
Überprüfung mit Qualitätsmerkmalen für den MU-Unterricht
Fokus Kind
Unser Unterrichtskonzept knüpft bei den Erfahrungen der Kinder persönlich an. Ihre Biographie wird in den Unterricht mit einbezogen und die Thematik rund um den Einsatz von Schneemaschinen wird lebensnah aus ihrem Erlebnisraum betrachtet. Die verschiedenen Perspektiven werden durch Personen (Subjekte) repräsentiert, das heisst spezifiziert. Die Kinder sind während dem Unterricht oft selbst aktiv und erleben beispielsweise den Austausch von Meinungen auf dem Forum, sowie eine Entscheidungsfindung unter Abwägung verschiedener Für und Wider. Dies zu können ist für die Kinder in der Gegenwart und vor allem in der Zukunft relevant. Das Abwägen von Technikeinsätzen und Nachhaltigkeit ist zudem hochaktuell und gleichfalls für die Kinder v.a. zukunftsrelevant.
Fokus Sache
Die Unterrichtsinhalte orientieren sich an Fakten. Hinzu kommen persönliche Interessensperspektiven von Gesellschaftsgruppen und Einzelpersonen, sowie die Thematisierung sozialer, ökonomischer und ökologischer Aspekte.
In Diskussionen und begründeten Entscheidungsabwägungen wird die Wert- und Sinnorientierung eingesetzt. Gleichzeitig findet auf diesem Weg die Vernetzung der Perspektiven und Teilthemen statt.
Fokus Lernen
Die Behandlung der Schneemaschine im Dienste des Tourismus und als kaum nachhaltiges Handeln dient exemplarisch für weitere Entscheidungen in Dilemma-Situationen bzw. für emphatisches Verhalten. Die Schneemaschine steht aber auch exemplarisch für weitere technische Errungenschaften. Der Unterrichtsverlauf orientiert sich am Problem der Interessensverschiedenheit, wiederum exemplarisch am fiktiven Dorf „Alpina“. Die Kinder sind im Unterricht oft selbst aktiv, er ist handelnd. Vor allem der eigene Beitrag auf dem Forum zu Schneemaschinen schafft den Transfer in den eigenen Alltag der Kinder und lässt sie Mitsprache handelnd erfahren. Eine weitere „Original“begegnung findet bei der Exkursion statt, wo die Kinder sich persönlich mit einer betroffenen Person unterhalten können und Einblicke in seine/ihre Alltagswelt erhalten.
Am Ende des Konzepts steht die Entscheidung für oder wider den Bau eines Skiliftes im Dorf Alpina und eine persönliche Einstellung bzw. Lösungsfindung. Der Unterricht ist aber auch stark prozessorientiert, indem er einen Schwerpunkt auf die Art und Weise der Bildung der Meinung legt.
PS: Internetadressen accessed: 11.06.2007
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1 Kommentar:
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