
Durch die Klimaerwärmung werden mehr und mehr Schneekanonen zur künstlichen Beschneiung eingesetzt. So wird auf der einen Seite die wirtschaftliche Existenz der Skigebiete gewährleistet und zahlreiche Arbeitsplätze gesichert. Gleichzeitig steht aber sicher das persönliche Bedürfnis der Wintersportler im Vordergrund, ohne die diese Tourimusbranche (Wintersport) gar nicht erst existieren würde.
Trotzdem ist die künstliche Beschneiung kritisch zu betrachten. Längerfristig zieht sie verschiedenste Folgen mit sich.
- So ist der Wasserverbrauch im Winter immens, was sich in der Schmelzperiode negativ auswirkt (da exponentiell ansteigende Wassermengen abfliessen).
- Da die Aussentemperaturen immer mehr ansteigen, werden dem Wasser zusätzliche künstliche Präparate beigesetzt, deren Auswirkungen noch nicht bekannt sind.
- Durch die Total-Planie (mittels Planierraupe Glättung der Erdoberfläche und Entfernung des Humus) wird der Boden nährstoffarm und das Wasser kann weniger gut gespeichert werden. So steigert sich die Erosionsgefahr und die Hangstabilität vermindert sich.
- Der Sauerstoffmangel im Boden führt zu Vegetationsbeeinträchtigung und zur Schädigung der Pflanzenvegetation. So wurde ein Rückgang der Artenvielfalt um bis zu 30 % auf Grund künstlicher Beschneiung registriert.
- Die Tiere werden durch den Betrieb der Schneekanonen aus ihren optimalen Ruhezonen vertrieben, wodurch eine verminderte Möglichkeit zur Nahrungssuche entsteht und sie in ihrer Lebenswelt beeinträchtigt werden.
2. Betroffenheit
Winterferien bedeuten für uns beide Freiheit, Freizeit, Rückzug aus dem normalen Alltag, Treffen von Kollegen und Kolleginnen und werden für viele Menschen (wie uns) irgendwann zur Familientradition - man reist mit Kind und Kegel in die Berge und lebt auf engem Raum in einer nostalgisch-rustikalen Ferienwohnung inmitten der idyllisch-verschneiten, weiss glitzernd Schneelandschaft.
DIES ALLES IST NATÜRLICH OHNE SCHNEE NICHT DENKBAR!
Nun wird aber die Erhaltung des Schneesportes durch das mittlerweile altbekannte Problem der Klimaerwärmung immer komplexer. Man hat früh Massnahmen ergriffen, so wie wir sie oben bereits schilderten. So wird versucht, künstlich herzustellen, was die Natur nicht liefert. Wobei dieser Satz so formuliert natürlich nicht stimmt - weil die Klimaerwärmung letztlich auf den Menschen zurückzuführen ist. Weil dieser immer wieder seine Bedürfnisse über ein nachhaltiges Verhalten stellt.
Obwohl wir den Schneesport beide schätzen, ist die Tatsache, dass heutzutage ohne Bedenken und mit unglaublich energetischem Aufwand in die Natur eingegriffen wird, sehr bedenklich. Schneiden sich so die Schneeliebhaber durch ihr übermässiges Bedürfnis nicht letztlich ins eigene Fleisch? Schliesslich ist doch die Klimaerwärmung wie erwähnt (erwiesenermassen) auf den Menschen zurückzuführen (und eben auch auf grossen Energieverbrauch wie bei den Schneekanonen).
Grösser ist unserer Betroffenheit in Hinblick auf alle im Wintersportgewerbe tätigen Menschen, welche auf eine verlässliche Schneequelle angewiesen sind. Um jeden Preis - weil sie sonst selbst den Preis dafür bezahlen müssen.
2.1 Analyse der Bedürfnisse:
Konsumenten
- Tradition mit der Familie oder Freundeskreis
- Ehrgeiz im Sport
- Sport für die eigene Gesundheit
- Gefühl der Freiheit
- Abwechslung im Alltag - Ausgleich
- Treffen von Freunden
- Geniessen der verschneiten Berglandschaft
- Raus aus dem nebligen Tal in die sonnigen Berge
- Ferien für die Seele
Im Wintergewerbe Tätige
- Sicherung der Existenz einzelner Betriebe
- Sicherung der Existenz des Wintertourismus
- Imagesicherung eines Dorfes (z.B. Davos), einer ganzen Region
- Ermöglichung vieler (auch saisonaler) Arbeitsplätze
- Auslebung des erlernten Berufes
- Aufrechterhaltung von Traditionen
2.2 Handlungsbedingungen, die Schneesport heute ermöglichen
(Die aufgeführten Punkte beziehen sich auf Orte, wo nicht genügend Schnee fällt.)
Ökologische Voraussetzungen
- Schnee
- Kälte
- Wasser
- (nicht zu steile) Berge
Ökonomische Voraussetzungen
- Schneekanonen
- Strom
- Bergrestaurants
- Transportmittel (der Lieferanten)
- Skiliftbetrieb
Soziale Voraussetzungen
- Personal
- Sicherheitsnetz wie Rega, Bergrettung
3. Fachliche
Wasser- und Energieverbrauch sowie Lärmemission von Beschneiungsanlagen
Wasserverbrauch
1.500 - 2.000 m³/ha bei 30 cm Beschneiung (1)600 Litr./Min.(12)200Ltr./m³ Schnee (8)250 - 300 ltr./m³ Schnee (6)1000 ltr. für 2,5 m³ Schnee bei 30 cm Beschneiung (4)
Energieverbrauch während des BetriebesNiederdruckanlangenHochdruckanlagen
45 - 65 KW/ha (1)80 - 130 KW/ha (1)
StrombedarfRichtwert bei 30 cm SchneehöheJahresbedarf bei 20 cm Schneehöhe
0,5-1,5 KWH/m²bis 9.000 KWh/ha (5)
Schallpegel in 20 m EntfernungNiederdruckanlageHochdruckanlage
60 - 75 dB(A)80 - 115 dB(A)
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