Montag, 28. Mai 2007

Der Wandel der Natur

Am Samstag Abend setzte ich mich unter eine Linde am Waldrand. Es war ein wunderschöner, warmer Frühlingsabend und ich versuchte ganz bewusst, die Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen. Die Fülle an Sinneseindrücken, welche ich wahrzunehmen vermochte, erstaunte mich. Es gab so vieles zu sehen, hören, fühlen und riechen. Viele Dinge, die man im Alltag eben nicht wahrnimmt, leider! Obwohl es meiner Meinung nach sehr gut tun würde, sich täglich ein wenig Zeit zu nehmen, um die Natur in all ihren Erscheinungen zu geniessen. Das Gezwitscher der Vögel kann so inspirierend, das Plätschern des Wassers so beruhigend und der Duft der Wiesenblumen so anregend sein. Kurz gesagt, die Natur ist ideal um Energie zu tanken und sich zu entspannen!

Am Pfingstmontag (es war sehr regnerisch!) setzte ich mich unter dieselbe Linde. Obwohl es derselbe Ort war, war fast nichts mehr gleich wie zwei Tage zuvor. Die Umgebung war trüb und es war recht windig und kalt. Nur ganz selten hörte ich einen Vogel zwitschern und die Düfte der Natur waren nur noch halb so intensiv. Ich nahm die Natur ganz anders wahr. Trotzdem tat es mir gut eine Viertelstunde an der frischen Luft zu weilen und meinen Gedanken freien Lauf zu lassen.

Ich habe einmal mehr gemerkt, wie wichtig es ist, nach draussen zu gehen und den Aufenthalt in der Natur zu geniessen. Auch Kinder sollen möglichst viele Gelegenheiten erhalten, solche Naturerfahrungen zu machen, egal ob bei Regen, Schnee oder Sonnenschein! Ich habe mir schon mehrmals überlegt, wie ich den Kindern
vielfältige Erlebnisse mit und in der Natur ermöglichen kann. Mein Wunsch wäre es, wöchentlich einen Nachmittag mit den Schülern und Schülerinnen nach draussen zu gehen und den Lernort sozusagen vom Schulzimmer in die Natur zu verlegen. Denn die meisten Lerninhalte können auch in der Natur durchgeführt werden (--> Waldschule!).

Also, nichts wie ab in die Natur!!!

4 Kommentare:

Maegi hat gesagt…

Hello Isabelle

Stimmt genau. Mir ists aufgefallen, als wir in nem MU-Modul mal das Beobachten durchgenommen hatten. Das mach ich einfach so echt viel. Und ich muss den grossen Wert bzw. die positive Auswirkung bestätigen.
Wenn mich auch nicht jede Begegnung mit der Natur "umhaut" vor Freude - geschadet hat sie mir bestimmt noch nie (ausser bei Stürzen und ähnlichem). Es stimmt einfach - speziell für die Pädagogik etc.: Ab in die Natur!! :-)

Caro hat gesagt…

Deine Überlegungen was die Kinder betrifft, finde ich sehr wichtig. Ich habe in letzter Zeit oft Diskussionen geführt über die heutigen Naturerlebnisse von Kindern. Ich hatte oft Kinder in meiner Praktikumsklasse, die die Natur kaum kannten und sie schon gar nicht bewältigen konnten, da sie es nie gelernt haben. Oft waren diese Kinder auf irgendeine Art auffällig in der Klasse. Wir haben noch Hütten gebaut, sind bei starkem Regen spazieren gegangen und haben in den Ferien kaum mal einen Tag im Haus verbracht. Die Erfahrungen, die man so machen kann, sind sehr wertvoll und ich bin überzeugt, dass sie das Verhalten der Kinder beeinflussen.

c_line hat gesagt…

Diese "Auftank-Momente" in der Natur verleihem mir immer wieder erstaunlich viel Kraft, wobei diese Zeit immer wieder mit allen Sinnen geniesse. Auch ich bin der Meinung, dass man diese Erkenntnisse den Kindern unbedingt weitergehen sollte. Denn auch ohne grossen finanziellen Aufwand ist eine Umsetzung möglich.

c_line hat gesagt…

Dabei hast du erkannt wie unterschiedlich diese "Auftank-Momente" in der Natur sein können. Mal beeindruckte dich das Gezwitscher der Vögel, ein anderes Mal die friedliche Stille. Auch mir erscheint dabei das Wahrnehmen mit unterschiedlichen Sinnen sehr zentral. Kinder gelten nämlich als sehr sinnesreiche Wesen und haben Spass am Einsatz all ihrer Sinne. Kinder wachsen aber in einer sinnesfeindlichen Umwelt auf. In einer „verkopften“ Gesellschaft, in welcher das körperlich-sinnliche Erleben immer mehr verschwindet. Somit besteht bereits bei Kindern die Gefahr, dass ihre sinnliche Wahrnehmung sich auf das Hören und Sehen immer mehr reduziert und körpernahe Wahrnehmungen immer mehr in den Hintergrund geraten. Indem du den ausserschulische Lernorte in den Unterricht einbeziehen möchtest, kannst du diesem traurigen Phänomen auf eine gute Weise entgegenwirken. Bravo!

Deshalb ist es von grosser Bedeutung, dass alle Sinnesorgane Anregungen erhalten. Nur durch ein ausgewogenes Training ist ihre Funktion und Weiterentwicklung garantiert. Je weniger die Sinne im Alltag benötigt werden, desto mehr Aufmerksamkeit müssen ihnen somit die Einrichtungen widmen, die sich für die Erziehung der Kinder verantwortlich fühlen.