Weil ich das Blog-Thema für diese Woche erst am Montag gelesen habe, konnte ich mich nur während eine halbe Woche mit diesem Auftrag beschäftigen. Trotzdem ist mir dadurch einiges bewusst geworden. Kleine Verhaltensänderungen im Alltag helfen zur Entwicklung einer nachhaltigen Zukunft. Einseitig bedrucktes Altpapier zu kleinen Notizzettel schneiden und noch einmal gebrauchen, beim Einkaufen nicht unnötige Plastiksäcke gebrauchen, den Computer nicht achtlos auf Stand-by laufen lassen… es ist eine endlos lange Liste und ich könnte ewig weiter aufzählen. Durch die Achtsamkeit im Alltag werden einem derartige Dinge bewusst und man kann mit vielen kleinen Verhaltensänderungen ein Zeichen setzen für die Entwicklung einer nachhaltigen Zukunft.
Wow, tönt doch alles schön und gut! Leider kann ich aber, rückblickend auf diesen Wochenauftrag, nicht nur von wunderbaren Dingen erzählen. Allzu oft bin ich auch an Grenzen gestossen. Immer wieder habe ich mir ähnliche Gedanken gemacht: Ich finde es toll, wenn ich mit einer Menge kleiner Aktionen einen Schritt in die richtige Richtung machen kann. Aber wie kann ich damit den verhungernden Menschen in Afrika helfen? Oder den Frauen auf den Philippinen, die sieben Tage in der Woche 15 Stunden pro Tag arbeiten für einen Lohn von 40 Rappen pro Stunde? Sobald ich mir solche Fragen stellte, fühlte ich mich beinahe dazu verpflichtet, bei nächster Gelegenheit nach Afrika zu reisen und in einem Entwicklungsprojekt mitzuarbeiten. Das wäre mit Sicherheit eine gute Art und Weise, den Menschen dort zu helfen. Trotzdem aber wäre auch das keine ideale Möglichkeit. Denn auch hier stellen sich verschiedenste Fragen: Wird eine weisse Frau von den Einheimischen in Afrika tatsächlich geachtet? Wollen sie sich helfen lassen von Europäern und Europäerinnen, die scheinbar alles besser wissen?
Ich bin zum Schluss gekommen, dass es keine ideale Art und Weise gibt, die Welt zu verbessern oder den leidenden Menschen auf der Erde zu helfen. Wir können nicht zaubern und keine Wunder vollbringen. Darum müssen wir daran glauben, dass es etwas hilft, wenn wir uns mit tausend kleinen Schritten auf den Weg zum Ziel machen.
Donnerstag, 3. Mai 2007
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3 Kommentare:
Ich habe mir auch überlegt, was wir machen, diese vielen kleinen Schritte, die wir täglich versuchen umzusetzen, was uns mal besser, mal schlechter gelingt, ob das die Welt wirklich verändert. Ich weiss es nicht. Ich weiss aber auch nicht, ob ich mit Geld spenden Afria retten kann, weil zu oft habe ich gehört, dass das Geld dann doch bei den falschen Leuten landet. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob es das Richtige ist, wenn wir Weissen versuchen mit unseren Gedankengut und unseren Ideen ihre Welt zu verbessern. Vielleicht brauchen sie mehr Zeit, um so entwickelt zu sein wie wir. Vielleicht wollen sie gar nicht so entwickelt sein wie wir.
Deshalb finde ich dein Gedanken mit 1000 kleinen Schritten die Welt zu verändern so gut, weil genau diese armen Menschen in Afrika vielleicht einfach Zeit brauchen, sich zu entwickeln und nicht von Heute auf Morgen landesweit W-Lan haben möchten...
Selina Weber LGA04
Deine Gedanken sind echt spannend. Ich finde es ein Leid, dass wir hier zwar bewusst leben und beispielsweise Wasser sparen können, dass aber den Menschen in Entwicklungsländern damit nicht geholfen werden kann. So könnte man sich fragen, wieso soll ich darauf achten, ich kann ja sowieso nicht tun? Diese Ansicht kann ich teilweise teilen, doch denke ich, dass der Begriff Solidarität hier eine Rolle spielt: Ich verhalte mich solidarisch gegenüber den Menschen in Afrika und lebe bewusst und nicht verschwenderisch.
Zum Thema "wie können wir helfen": Ich habe mich auch schon gefragt, wie man diesen Menschen helfen kann. Ich denke nicht, dass diese Menschen glücklich sind, wenn sie aus Hilfslosigkeit nach Europa migrieren. Ich fände es sinnvoller, dort anzusetzen, wo die Menschen leben. Wieso nicht Hilfe zur Selbsthilfe von Europa aus anbieten? Ich finde nicht, dass das mit einem arroganten "Weltverbessern" zu tun hat, sondern mehr mit "Unterstützung vor Ort". Wenn diese Menschen eine Existenz und eine gut funktionierende Wirtschaft haben, kann vielleicht einiges verbessert werden.
Ich habe mir sehr lange darüber Gedanken gemacht, wie ein erster Schritt aussehen könnte und bin dabei auf eine Hilflosigkeit gestossen. Denn wir können uns die Zustände in anderen Ländern gar nicht wirklich vorstellen und so ist es für uns schwer herauszufinden, wie wirklich geholfen werden kann. Trotzdem begrüsse ich jede gemachte Hilfeleistung und möchte darüber nicht urteilen. Denn auf die Hilfe und die Bemühung kommt es schlussendlich an.
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