Donnerstag, 10. Mai 2007

Globale Vernetzung

Die Intensität der Vernetzungen in meinem (und nicht nur in meinem…) Leben ist derart gross, dass ich gar nicht recht weiss, womit ich zu schreiben beginnen soll. Jedes Produkt, welches ich in der Hand halte, hat seine eigene Geschichte und ist schon durch etliche Menschenhände gewandert. Die Erdbeeren, welche ich im Laden gekauft habe, mussten vom Bauer mit viel Geduld gepflanzt, gepflegt, geerntet und verpackt werden, vom Lastwagenchauffeur transportiert werden und von Migros Angestellten ins Regal gelegt werden. Die Zeitung, die ich lese, wurde von verschiedensten Reportern verfasst, editiert, gestaltet, wurde schliesslich in der Druckerei gedruckt und zum Schluss durch die Hilfe vieler Postangestellten zu mir nach Hause geliefert. Es ist verblüffend, wie wir Menschen alle voneinander abhängen, vernetzt sind. Es scheint mir, als wäre ich irgendwo eingebaut in ein riesiges, äusserst komplexes System, in welchem nichts funktioniert, ohne das andere.
Ohne Zweifel, wir leben in einer äusserst „vernetzten“ Zeit, mehr denn je. Denn während vor mehreren tausend Jahren die Vernetzung auf das eigene Heimatdorf und möglicherweise dessen Nachbardörfer beschränkt war, ermöglicht uns der heutige Fortschritt der Technologie eine globale Vernetzung. Das T-Shirt, das ich trage kommt von China. Die Möbel in vielen schweizerischen Wohnungen stammen aus Schweden. Und das Souvenir, welches in Australien im Souvenir-Shop verkauft wird, wurde in Taiwan produziert. Ob das nun gut oder schlecht ist, ist eine andere Frage. Klar, wir, hier im Westen wissen die globale Vernetzung zu schätzen. Wir profitieren von Billigprodukten aus China, Südamerika und Taiwan. Wenn immer wir wollen, können wir ins nächste Flugzeug steigen und unsere Träume von Erholungsferien, Backpacking-Trips oder Kulturreisen in fremden Ländern erfüllen. Und sind wir auf einer fernen Insel in den Ferien, müssen wir auch dort nicht auf unseren heiss geliebten BigMac verzichten. Aber es sieht nicht überall so wunderbar aus wie bei uns. Nicht alle haben das Glück von der Globalisierung zu profitieren. Frauen in Taiwan krampfen 92 Stunden in der Woche hinter Nähmaschinen, damit wir hier die billigen Kleider kaufen können. Kinder werden geboren in schäbigen Hütten, welche ihr ganzes Leben niemals die Gelegenheit haben werden, einen Fuss über die Grenzen ihres Landes zu setzen… Ich weiss, dass ich solche Beispiele nicht aufzuzählen brauche, schliesslich wissen wir ja alle Bescheid über das Elend in anderen Ländern dieser Erde. Fragt sich nur, was ich jetzt an dieser Stelle noch zu tun brauche… Tja, wahrscheinlich sollte ich mich einfach aufmachen und etwas dagegen tun. Und auch wenn es mir so oft nicht als ausreichend erscheint, muss ich trotzdem damit anfangen, kleine Schritte in die richtige Richtung zu machen: Max Havelaar Bananen kaufen, Schweizer Äpfel essen, FSCW-Möbel in mein Zimmer stellen…

3 Kommentare:

Isabelle Thoma hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Isabelle Thoma hat gesagt…

Hoi Isa

Du sprichst davon, mit kleinen Schritten zu beginnen die eigene Nachhaltigkeit zu verbessern. Erst gerade heute war ich in der Migros und wollte Erdbeeren kaufen. Ich schaute mir solche von Spanien an, die sehr reif aussahen und bestimmt einen süssen Geschmack haben. Daneben waren jedoch auch Schweizererdbeeren im Gestell, welche aber nicht ganz so knallig rot gefärbt waren, wie jene aus Spanien. Trotzdem konnte ich mich dazu "überwinden" Schweizererdbeeren zu kaufen...

Dies sind für mich die kleinen Schritte im Leben, die es schlussendlich ausmachen!

Isabelle Brülisauer hat gesagt…

Hey Isa!

Tönt ja voll gut! :) Diese kleinen Schritte meine ich! Und ich möchte echt daran glauben, dass sie etwas ausmachen!

Grüessli Isa :)