Ich glaube, es sind verschiedene Dinge, die mich dazu motivieren, nachhaltig zu sein und nur einen einzigen, aber ziemlich schwerwiegenden Grund, welcher mich davon abhält. Nun, fangen wir mit den motivierenden Aspekten an:
Zum einen ist es für mich die Faszination des Lebens, der Natur, welche mich dazu bewegen, diese erhalten zu wollen. Die tausenden leuchtenden Sterne am Nachthimmel, die Sonne, die jeden Tag wieder für uns aufgeht, ein Lachen eines Kindes, ein Laubblatt, das im Herbstwind langsam auf den Boden segelt… Sind das nicht alles kleine Wunder, die unser Leben so wertvoll machen? Dieses faszinierende Leben, die atemberaubende Natur möchte ich erhalten.
Ein weiterer Grund sind verschiedenste Überlegungen und Gedanken, die ich mir mache… Ich überlege mir, dass ich sehr viel Glück habe, hier in der Schweiz geboren zu sein. Ich gehöre zu den 2% der Weltbevölkerung, welche zu Hause einen Kühlschrank haben und eine Toilette mit verschliessbarer Tür; zu den 2%, welche bedeutend mehr Mittel und Möglichkeiten haben als die restlichen 98%, um das Elend auf der Erde zu vermindern. Als einer der wenigen Menschen die derartig grosse Möglichkeiten haben, fühle ich mich verantwortlich, etwas zu tun.
Der dritte Grund ist die Auseinandersetzung mit dem aktuellen Situation auf dieser Welt. Ich lese von Globalerwärmung, sehe Bilder von hungernden Menschen, verfolge Dokumentationen über das Elend von so vielen Menschen. Die Auseinandersetzung mit diesen Problemen und das Bewusstsein darüber, wecken in mir den Willen, etwas zu unternehmen.
Nun, das sind einige Gründe, die mich dazu bewegen, nachhaltig zu leben. Was aber hält mich dann so oft trotzdem davon ab? Ich glaube, da in erster Linie einen Grund nennen zu müssen. Es ist kein guter Grund und trotzdem, glaube ich, ist er für mich und wahrscheinlich für sehr, sehr viele andere Menschen sehr schwerwiegend. Es ist die Bequemlichkeit. Wenn ich am Abend im warmen Bett liege und sehe, dass draussen im Gang noch das Licht brennt, bin ich doch manchmal einfach nur zu bequem noch einmal aufzustehen um es abzulöschen. Wenn ich im kalten Winter unter der warmen Dusche stehe, bin ich zu verwöhnt, um während des Shampoonierens das Wasser abzustellen, weil es dann kalt wird. Und wenn mir meine Eltern einmal das Auto zur Verfügung stellen, bin ich zu bequem, das Angebot abzulehnen und das Velo zu benutzen, weil es halt mit dem Auto einfach schneller und einfacher geht…
Und ich bin mir sicher, mit diesem Bequemlichkeits-Gefühl bin ich nicht die einzige!
Montag, 14. Mai 2007
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1 Kommentar:
Ich kenne das nur zu gut, diese unglaubliche Bequemlichkeit! Ich denke, diesen inneren Schweinehund zu überwältigen ist eine wichtige Aufgabe. Sobald ich ihn jeweils gewähren lasse, merke ich, dass ich gar nicht, wie vermeintlich gehofft, zufrieden bin nachher. Wenn ich hingegen z.B. auch bei Regen joggen gehe, auch kalt dusche, das Wasser nicht ständig laufen lasse, mir das Leben also aus Liebe zur Natur, aus moralischen Gründen erschwere, so fühle ich mich stets sehr frei, Herrin meines Willens, und dies gibt mir einen riesigen Antrieb für weitere ähnliche Taten. Dennoch - trotz diesen Wissens bin ich nach wie vor nicht gegen Faul- und Trägheit gefeilt. Aber immer wieder gut, diese eigentlich für mich so klaren Gedankengänge wieder zu vollziehen.
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