Diesmal habe ich meine Hausaufgaben gemacht: „Achtsam sein, achtsam wahrnehmen“ habe ich mir auf den Körper und den Laptop geschrieben. So fiel mir denn diese Woche noch bewusster auf, wie oft ich Gesprächen über soziale Nachhaltigkeit begegnete. Jedoch wurden sie unter anderen Namen geführt:
Im Teilkernstudium sprachen wir von Rassismus und Einbürgerung (übrigens nicht gleichzustellen mit dem Asylwesen, wo es sich um Neuankömmlinge und Noch-nicht-Integrierte aus dem Ausland handelt). Im Vertiefungsstudium begegneten wir im Rahmen von Religionsdidaktik Stilleübungen und biblischen Geschichten, die uns als Beispiele für gelingendes und auch falsches Zusammenleben aufgezeigt wurden. Auf einem Motorradausflug kamen wir ausserdem auf die hohe Jugendgewalt und Lösungsansätze dafür zu sprechen.
Meine ausgelösten Gedanken formierten sich schliesslich zu einem Ganzen: In der Schweiz wird Gewalt und Rassismus öffentlich, vor allem rechtlich und politisch verschmäht. Wir sind demokratisch. In diese unsere Welt bringen nun, nach scheinbar weit verbreiteter Meinung, die „Ausländer“ immer mehr Gewalt mit (Stimmt das statistisch wirklich?). WIR wollen UNSER Land rein halten, Schlechtes ausschaffen. Wobei wir unter Schlechtem, die übergeneralisierte Ganzheit von gewissen Völkergruppen verstehen. Wir sagen uns wohl: Schuldige raus (oder erst gar nicht rein) gleich keine Probleme mehr. Natürlich ist das utopisch gedacht.
Doch zurück zur nachhaltigen (sozialen) Entwicklung. Spätestens nach dem Gipfeltreffen in Rio werden diese Bestrebungen richtigerweise global gesehen. Diese Haltung macht aus der Weltbevölkerung ein Volk und strebt die Förderung aller an. Auf diesem Hintergrund könnte auch die Frage nach Einbürgerung und Integration sowie damit verbundene Kosten anders diskutiert werden. Wir würden solchem vielleicht mehr Wert beimessen …
Aufmerksame Wahrnehmung letztlich, ist bei einer globalen nachhaltigen Entwicklung zentral. Denn Wissen über subjektive Wahrnehmung und Perspektive bringt Verständnis und Empathie mit sich. Dies wiederum lässt uns im Interesse ALLER nach Lösungen für Probleme im Jetzt suchen. Übertragen auf unser Blogthema (Beziehungen zwischen Mann und Frau und ihre individuelle Rolle) kommen wir auf eine altbekannte Schlussfolgerung: Es muss kommuniziert werden. Und zwar kommuniziert im Sinne von Watzlawick … J Weil nicht nicht kommuniziert werden kann, muss entsprechend zugehört werden. Hier schliesst sich der Kreis, denn solches Kommunizieren (Zuhören in diesem Falle) bedeutet aktives Wahrnehmen.
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1 Kommentar:
Hallo Margrit
Ich finde deine Gedanken zur Weltbevölkerung sehr spannend. Mir kommt dazu das Wort "Weltbürger" in den Sinn, welches wir im "Modul" Rassimus kurz angesprochen hatten. Würden wir uns alle als Bürger unserer Erde sehen, so wäre es doch auch egal, wer wo lebt. Das heisst, Menschen aus dem Balkan könnten ohne Bedenken bei uns in der Schweiz leben, weil wir ja als Weltbürger alle gleichberechtigt wären. So gehörte die Schweiz nicht uns Schweizern, sondern wäre ganz einfach Teil der Welt und ein Stück Erde, das allen Menschen gehört...
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