Dieser Wochenimpuls hat mir sehr gut gefallen. Er richtet unser Augenmerk auf Dinge, welche uns nicht sowieso entgegenspringen. Wir leben in einem Zeitalter, in dem alles nach Aufmerksamkeit schreit - wenn ich durch die Strassen einer Stadt gehe, kann ich problemlos übersehen, dass es ein neues Einkaufszenter gegeben hat, weil die Gegend übersättigt ist mit Schriftzügen, animierten Screens, Bildchen. Mit dem Ziel, Konsumenten anzulocken. Deshalb wollte ich diese Woche einmal von meinem eigenen Konsumdenken wegkommen resp. dieses so mutiert ausleben, dass ich mich auch an den kleinsten Dingen ergötzen konnte. Wie glücklich machen doch gerade die Dinge, welche ich nicht in meiner Hand, sondern in meinem Herzen nach Hause nehme? Ein Hund, der voller Freude einem Stecken nachrennt und sich fast nicht erholen kann vor Übermut? Immer weiter rennen will - wohin, wieso? Irgendwohin, einfach der Freude wegen!
Und gerade darum gehts doch auch im Leben. Wenn uns nur das vermeintlich Exklusive noch zu erfreuen vermag, so wird doch auch dieses wieder normal und wir müssen weiter suchen nach dem Besonderen, was sich zu einem Teufelskreis entwickeln muss. Einzige Lösung, daraus auszutreten ist wohl, sich selbst zu sensibilisieren auf die kleinen, schönen Dinge des Lebens.
Dies lässt sich auch übertragen auf Beziehungen. Was bedeutet bei uns teilweise noch ein Kuss? Wenn ich aus gehe, erhalte ich manchmal den Eindruck, dass scheinbar fast nichts mehr. Das zeigt, dass auch etwas eigentlich Besonderes, Schönes zur Normalität wird, wenn wir keinen reflektierten Umgang damit pflegen, wenn wir zu triebhaft leben und immer sofort unsere Bedürfnisse befriedigen. Wir können uns also durch einen bewussten - auch verzichtenden - Lebensstil eine Nachhaltigkeit erreichen in der Gefühlswelt. In andern Kulturen, häufig auch in Religionen ist Triebhaftigkeit eine Sünde, was sich dadurch gut begründen lässt: Sie wollen genau der Gefahr, abgestumpft zu werden und sich im Teufelskreis der Sinnsuche zu verlieren, vorbeugen, Menschen für die zahlreichen scheinbar unscheinbaren (aber nicht zwingend minder wertvollen, wobei wertvoll ja eine subjektive Wertung ist und wir es so auch selbst in der Hand haben, den Wert zu ermessen) Momente und Dinge sensibilisieren.
Und sind nicht gerade diese Momente und Dinge meist völlig losgelöst von aufwändiger Elektronik, kostspieliger Infrastrukturen und in vielen Augen völlig 'primitiv'? Also, statt leicht arrogant auf andere Kulturen rüber zu blicken, sollten wir vielleicht ihre Betrachtungsweise einnehmen lernen - und Glück finden.
Dieser Bericht erscheint etwas zu spät, gehört noch zum Wochenthema vergangener Woche, wofür ich mich entschuldige.
Samstag, 5. Mai 2007
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2 Kommentare:
Liebe Corinne
Ich habe deinen Beitrag mit grossem Interesse gelesen, wobei mich deine Gedankenverläufe sehr beeindruckt haben. Du hast es geschafft, den Bezug zu anderen Kulturen herzustellen und darauf mit Toleranz reagiert. Dabei hast du ausserdem Aspekte aufgezeigt, die für ein lebenswertes Leben ganz zentral sind und im Alltag leider oft keine Achtsamkeit von uns erhalten. Weiter so!
Hey Corinne, dieser Post ist echt gelungen!
Sehr anregend.
Hab ausnahmsweise :-) nichts weiter zu sagen.
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